Therapie statt Strafe (§ 35 BtMG) 4.00/5 (80.00%) 7 Bewertungen

Wird jemand wegen einer Straftat verurteilt, die er aufgrund von BtM-Abhängigkeit begangen hat – beispielsweise Beschaffungskriminalität – muß die Strafe nicht unbedingt im Gefängnis abgesessen werden. Anstatt Knast kann eine Drogentherapie gemacht werden. Dies ist allerdings nur dann möglich, wenn die Strafe nicht mehr als 2 Jahre Freiheitsstrafe beträgt.

Diese Vorschrift ist sehr sinnvoll und sollte stets in Betracht gezogen werden, wenn die Voraussetzungen vorliegen. Wichtig ist, daß der Mandant bereits frühzeitig eine Zusage des Kostenträgers (Krankenkasse, Rentenversicherung) besorgt. Denn spätestens in der Hauptverhandlung muß diese Zusage vorliegen, um den § 35 BtMG geben zu können.

Als Verteidiger prüfe ich immer die Voraussetzungen und spreche meine Mandanten darauf an, ob eine Therapie angestrebt werden soll, um Gefängnis zu vermeiden und natürlich um gesund zu werden. Ich kümmere mich auch um die Kostenzusage, wenn Sie dies wünschen.

Eine Therapie nach § 35 BtMG findet in einer offenen Therapieeinrichtung statt und muß dann auch fortgeführt werden. Bricht der Verurteilte die Therapie einfach ab, so wird die Vollstreckung der Strafe im Gefängnis angeordnet. Wird die Therapie erfolgreich zu Ende gebracht, dann wird der Strafrest zur Bewährung ausgesetzt.

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