Aufklärungshilfe (§ 31 BtMG) 4.17/5 (83.33%) 6 Bewertungen

Aufklärungshilfe, die auch „Einunddreißiger“ genannt wird, wurde ins Betäubungsmittelgesetz (BtMG) eingefügt, um Ermittlungen zu vereinfachen. Der § 31 BtMG verspricht dem Beschuldigten, der seine Abnehmer oder seine Verkäufer den Strafverfolgungsbehörden nennt, Strafmilderung oder sogar Straflosigkeit.

Bevor man sich dazu entscheidet Aufklärungshilfe nach § 31 BtMG zu leisten, sollte man sich vorher unbedingt mit einem Verteidiger besprechen. Der Verrat von Personen ist sehr riskant und kann zu einem schmerzhaften Boomerang für den Beschuldigten werden. Gibt man Hintermänner oder andere Beteiligte an, so muß man sich im klaren sein, daß unter Umständen viel mehr ans Tageslicht kommt, was anders den Behörden verborgen geblieben wäre. Ferner muß man dann zwingend die ganze Wahrheit sagen, um später keine bösen Überraschungen zu erfahren.

Lassen Sie sich auf keinen Fall von der Polizei dazu „überreden“ auszupacken. Wenn die Polizei Strafmilderung verspricht, ist das schlichtweg unverbindlich, denn die Polizei hat keinerlei Einfluß auf ein Urteil oder die Strafe. In vielen Fällen wird auch von Ermittlern gesagt, daß der Staatsanwalt einen schweigenden Beschuldigten überhaupt nicht gerne sieht und die Strafe dann viel höher ausfällt. Das sind nur Tricks, die nichts mit der Realität zu tun haben.

In den meisten Fällen sind immer mehrere Beschuldigte an einem Verfahren beteiligt. Der erste, der mit der Polizei „kooperiert“ bekommt Vergünstigungen, die anderen gehen meistens leer aus – trotz Aufklärungshilfe. Der Druck, der im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens entsteht ist verständlich und ganz normal. Dennoch sollte man sich sehr gut überlegen, ob man auspackt. Die Angaben können nicht mehr oder nur noch schwer zurückgenommen werden und man hat Tatsachen geschaffen, die sich auch negativ auswirken können.

Allerdings kann Aufklärungshilfe dann sinnvoll sein, wenn nicht zu befürchten ist, daß nicht viel mehr strafbare Handlungen ans Licht kommen, als die Staatsanwaltschaft bereits ermittelt hat. Dann winken Vergünstigungen, die sich dann auch positiv auf die Strafe auswirken.

Wichtig: Entscheiden Sie sich nicht ohne Anwalt dazu, Aufklärungshilfe zu leisten!

 

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