Sozialprognose (Bewährung) 1.50/5 (30.00%) 2 Bewertungen

Die Sozialprognose wird bei der Frage erörtert, ob eine Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Die Sozialprognose ist die Wertung verschiedener Faktoren bei einem Straftäter, die für oder gegen Bewährung sprechen können. Grundsätzlich positiv zu werten sind eine feste Arbeitsstelle, familiärer Anschluß, eine eigene Wohnung oder der Anschluß an die Familie. Eher negativ können sich Arbeitslosigkeit verbunden mit fehlenden sozialen Kontakten auswirken oder Familie im Ausland. Selbstverständlich wird auch der Täter prognostisch beurteilt. Das Gericht versucht dann abzusehen, ob der Straftäter in Zukunft weitere Straftaten begehen wird oder nicht. Bei Ersttätern wird regelmäßig eine Bewährungsstrafe verhängt, wenn diese zwei Jahre nicht übersteigt. Selbst bei Wiederholungstätern kommt eine Bewährungsstrafe in Betracht, wenn besondere Umstände in der Person des Täters vorliegen. Allerdings wird bei Wiederholungstätern sehr genau geprüft.

Anwaltstipp: die Entscheidung desGerichts über die Frage der Bewährung muß so früh wie möglich beeinflußt werden, wenn dies möglich ist. Als Verteidiger werde ich gemeinsam mit dem Mandanten versuchen positive Punkte zu sammeln, die dem Gericht vorgetragen werden können, z.B. die Suche oder Vermittlung einer festen Arbeitsstelle, die Auseinandersetzung mit dem Opfer der Straftat, Wiedergutmachung, etc.

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