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Grundsätzlich bedeutet die Verurteilung zu lebenslanger Freiheitsstrafe auch tatsächlich lebenslang. Die lebenslange Freiheitsstrafe sieht keine Höchstgrenze der Vollzusgzeit vor. Allerdings ist der Vollzug der lebenslangen Freiheitsstrafe nur dann mit dem Grundgesetz zu vereinbaren, wenn dem Inhaftierten grundsätzlich die Möglichkeit eingräumt wird, irgendwann wieder auf Bewährung entlassen zu werden. Dieser Grundsatz wurde in einer wichtigen Entscheidung vomBundesverfassungsgericht aufgestellt (BVerfGE 45,187). Danach verstoßen lebenslange Freiheitsstrafen ohne die Möglichkeit wieder entlassen zu werden gegen die Menschenwürde und das Rechtsstaatsprinzip.   Die erste Prüfung der Frage, ob der Inhaftierte zu Bewährung entlassen werden kann, wird nach fünfzehn Jahren geprüft. Sollte diese Entscheidung negativ ausfallen, so folgen in regelmäßigen Abständen weitere Prüfungen. Die Statistik zeigt, daß eine Mehrheit der Inhaftierten nach mehr als zwanzig Jahren entlassen wird. Viele Inhaftierte sterben auch im Vollzug. In Baden-Württemberg liegt die Quote der Strafgefangenen mit lebenslanger Freiheitsstrafe bei ca. 4 %.

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