Das letzte Wort 5.00/5 (100.00%) 1 Bewertungen

Die gesetzliche Regel, daß dem Angeklagten am Ende der Hauptverhandlung vor Verkündung des Urteils das letzte Worteinzuräumen ist folgt aus dem Rechtsstaatsprinzip und dem Anspruch eines jeden Angeklagten auf rechtliches Gehör. Das letzte Wort bedeutet, daß sich der Angeklagte abschließend zur Sache äußern kann. Er darf dabei nicht unterbrochen werden und es gibt keinerlei Beschränkungen.

Wird dem Angeklagten das letzte Wort nicht eingeräumt, so ist das folgende Urteil in jedem Fall fehlerhaft und wird durch das Berufungsgericht oder Revisionsgericht aufgehoben werden. Dies gilt auch dann, wenn alle anderen Verfahrensvorschriften beachtet worden sind.

Anwaltstipp: Bei der Vorbereitung auf eine Hauptverhandlung bespreche ich regelmäßig mit dem Mandanten den Inhalt des letzten Wortes. In vielen Fällen ist es zweckmäßig, daß Sie sich als Angeklagter meinen Ausführungen im Plädoyeranschließen. Das gilt umso mehr für Fälle, in denen eine Straftat nicht nachgewiesen werden kann, da ein Geständnis im letzten Wort auch wirksam ist.

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