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Eine Freiheitsstrafe kann schon durch Urteil zur Bewährung ausgesetzt werden, wenn diese zwei Jahre nicht übersteigt. In diesem Fall muß der Verurteilte nicht in eine Justizvollzugsanstalt gehen. Mit dem Urteil trifft das Gericht auch eine Entscheidung über die Dauer der Bewährungszeit, die zwischen zwei und fünf Jahren liegen muß. Während der Bewährungszeit darf sich der Verurteilte keine vorsätzlichen Straftaten zu Schulden kommen lassen, da ansonsten die Bewährung widerrufen wird und er dann in den Vollzug muß. Bewährt sich der Verurteilte und begeht er keine weiteren Straftaten, so wird nach Ablauf der Bewährungszeit die Strafe erlassen. In diesem Fall kann sie dann nachträglich nicht mehr vollstreckt werden.

Neben der Entscheidung über die Frage der Bewährung kann das Gericht auch einzelne Bewährungsauflagen anordnen, die eingehalten werden müssen, wenn der Verurteilte nicht den Widerruf der ewährung riskieren will.   Die Entscheidung über die Bewährung setzt regelmäßig eine günstige Sozialprognose voraus, also die Wahrscheinlichkeit, daß der Täter zukünftig ein Leben ohne Straftaten führen wird.   Bewährung kann auch dann angeordnet werden, wenn der Verurteilte bereits einen Teil der Freiheitsstrafe verbüßt hat und er sich im Strafvollzug gut geführt hat. Bei Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren wird bei Ersttätern schon nach der Hälfte der Zeit geprüft, bei allen anderen zeitigen Freiheitsstrafen nach zwei Dritteln der verbüßten Zeit. Wird der Strafrest zur Bewährung ausgesetzt, wird der Täter entlassen und muß dann zukünftig straffrei führen.

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