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Die amtsrichterliche Zuständigkeit in Strafsachen ergibt sich aus dem Gerichtsverfassungsgesetz. Danach ist entweder das Schöffengericht oder der Strafrichter zuständig, wenn nicht die Zuständigkeit des Landgerichts oder des Oberlandesgerichts gesetzlich vorgeschrieben ist.

Der Strafrichter entscheidet bei Vergehen, in denen eine höhere Strafe als zwei Jahre Freiheitsstrafe nicht zu erwarten ist, wobei er auch die Strafgewalt über maximal vier Jahre Freiheitsstrafe hat.

Das Schöffengericht ist zuständig für Verbrechen und in allen übrigen Fällen, in denen der Strafrichter nicht zuständig ist, wenn eine höhere Strafe als vier Jahre Freiheitsstrafe nicht zu erwarten ist.Das Schöffengericht darf aber auch über vier Jahre gehen, wenn zwei Strafen nebeneinander verhängt werden und die Summe aus beiden Strafen vier Jahre übersteigt, soweit beide Einzelstrafen unter vier Jahren bleiben.

Anwaltstipp: Im Rahmen der Verteidigung im Ermittlungsverfahren ist stets darauf zu achten, welche Zuständigkeit gegeben ist. In manchen Fällen kann die Verteidigung auch auf die Staatsanwaltschaft Einfluß nehmen, sodaß beispielsweise beim Schöffengericht angeklagt wird, anstatt beim Landgericht. Dies stellt dann vorab ein Zeichen dar, wie sich das Verfahren entwickelt und welche Strafen in Betracht kommen. Aus diesem Grunde ist die Beauftragung eines Rechtsanwalts schon im Ermittlungsverfahren nicht nur sinnvoll, sondern auch geboten.

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