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Das Amtsgericht Pforzheim verurteilte den Betroffenen zu einem erhöhten Bußgeld und sah von der Verhängung eines Fahrverbots auf Antrag der Verteidigung ab.

Der Mandant überfuhr eine rote Ampel nach 2,87 Sekunden Rotlichtphase, was schon für sich genommen einen qualifizierten Rotlichtverstoß (>1 sec.) begründet und im Regelfall ein Fahrverbot von 1 Monat nach sich zieht.

Zum einen war im vorliegenden Fall die Frage, ob aufgrund der atypischen Sachlage ein grober Verstoß im Sinne der StVO vorliegt und, ob Existenzgefährdung durch die Verhängung eines Fahrverbots droht. Der Mandant arbeitet befristet als Techniker im Außendienst und kann nicht anderweitig mangels eines nahgelegenen Betriebssitzes anderweitig beschäftigt werden. Durch das Fahrverbot wäre wohl zwingend mit der Freistellung bzw. mit der Ablehnung einer Verlängerung seines Arbeitsverhältnisses zu rechnen gewesen, was für den Betroffenen eine unverhältnismäßige Härte bedeutet hätte.

Leider machte der Mandant schon Angaben zur Sache, ohne sich mit einem Verteidiger abzusprechen. Das Beweisfoto war völlig unbrauchbar, sodaß er hätte freigesprochen werden müssen. Diese Verteidigungsmöglichkeit war aber nach eigenen Angaben zur Sache nicht mehr möglich. Deshalb sei es nochmals in Erinnerung gerufen: KEINE ANGABEN OHNE ANWALT. NIE!

Daniel Sprafke, Rechtsanwalt in Baden-Baden

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